L’échappée du Louvre

Die Flucht aus dem Louvre

huile sur toile, 90×116 cm

In der Malerei ist der Akt heute nicht mehr gefragt. Die Fotografie hingegen scheut sich nicht davor. Aber abgesehen von einigen Ausnahmen, wie den wunderschönen Aktbildern von Bettina Rheims, haben Mannequins die Modelle vor der Kamera ersetzt, und zwar nach einer Ästhetik der Linie, die zu oft an Automobildesign erinnert. Ist es da verwunderlich, dass die Modelle sich auflehnen? So geschah in der Nacht vom 15. auf den 16. September in Paris ein so seltsames Ereignis, dass ich trotz der Omertà, die von der Leitung des Louvre auferlegt wurde, den Drang verspüre, es zu veröffentlichen. Tatsächlich entkam in dieser Nacht eine Gruppe von Modellen, indem sie alle Sicherheitssysteme eines der berühmtesten Museen der Welt überlistete, um in den Straßen der Hauptstadt gegen die Unsichtbarkeit zu demonstrieren, die ihnen die zeitgenössische Malerei auferlegt. Einige wenige Pariserinnen und Pariser waren Augenzeugen, wagten es jedoch nicht, darüber zu berichten, aus Angst, für verrückt gehalten zu werden. Einer von ihnen soll sogar die Venus von Urbino gesehen haben, was unmöglich erscheint, da sie in den Uffizien in Florenz ist…